Warum du eine Autoimmunerkrankung nie unterschätzen solltest!

Der heutige Artikel ist ein wenig wie ein persönlicher Bericht von mir. 

Ich erzähle hier warum Autoimmunerkrankungen oft unterschätzt werden und warum für mich nur eine ganzheitliche Behandlung (sowohl bei mir selbst als auch bei meinen Patienten) in Frage kommt.

Ich bekam 2012 die Diagnose "Hashimoto-Thyreoiditis". Das ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse.  Mir ging es damals sehr sehr schlecht und wenn du mehr über meine Geschichte und meinen Weg "Raus aus der Krankheit" lesen möchtest dann lies doch erst mal HIER

 

Hashimoto ist, auch wenn sie einen sehr ungewöhnlichen Namen hat, keine seltene Erkrankung. 95% aller Schilddrüsenunterfunktionen resultieren aus einer Hashimoto-Thyreoiditis....allerdings wissen das die wenigsten. Das liegt daran, weil die Ärzte im Normalfall oft nur den TSH basal-Wert bestimmen lassen und höchstens noch die freien Schilddrüsenhormone T3 und T4, aber selten die Antikörper und auch viel zu selten weitere Untersuchungen gemacht werden. 

 


Ich bin davon überzeugt das heutzutage viele Beschwerden, Symptome und "Krankheiten ohne Namen", die die Menschen so mit sich rum schleppen aus Autoimmunerkrankungen resultieren. 

Eine Autoimmunerkrankung kommt selten allein

 

 

Bei einer Autoimmunerkrankung richtet sich das eigenen Immunsystem gegen den eigenen Körper und greift so gesundes Körpergewebe, wie z.B. die Schilddrüse an. Die körpereigenen Zellen werden als "fremd" angesehen und wie andere Eindringlinge (Pilze, Viren, Bakterien) vom Immunsystem bekämpft.  Es gibt sehr viele verschiedene Autoimmunerkrankungen, die allesamt unterschiedliche Symptome zeigen können: 

 

  • Morbus Crohn (Kann den ganzen Verdauungstrakt betreffen vom Mund bis zum Anus, aber am häufigsten im letzten Dünndarmteil bzw. ersten Dickdarmteil anzutreffen ist)
  • Systemischer Lupus Erythematodes (betrifft vorrangig die Haut kann aber weiteree diverse Organe angreifen und führt häufig zu starken Allgemeinsymptomen wie Fieber, Müdigkeit etc...) 
  • Multiple Sklerose ( Betrifft das Zentrale Nervensystem und kann so hier zu Symptomen wie Sehstörungen, Schwindel, bis hin zu neurologischen Ausfallerscheinungen und Lähmungen führen)
  • Morbus Basedow (Schilddrüse  - Überfunktion)
  • Autoimmun-Gastritis ( chronische Entzündung des Magen) 
  • Autoimmun-Hepatitis (betroffen ist hier die Leber)
  • Morbus Bechterew (eine Rheumaart die langsam zu einer Versteifung der Wirbelsäule führt aber auch Entzündungen der Regenbogenhaut des Auges verursachen kann) 
  • Endometriose (hier wird vermutet das auch dies eine autoimmune Reaktion ist. Ich persönlich kann mir das gut vorstellen denn bereits mit Anfang 20 wurde bei mir bei einer Unterleibs-OP der erste Endometrioseherd zufällig entdeckt) 
  • Vitiligo (Weißfleckenkrankheit, Pigmentstörung)
  • ....

 

Das war nur ein kleiner Auszug, es gibt noch viele weitere. 

 

Sobald man erfährt das man eine Autoimmunerkrankung hat, hat man eigentlich auch die Gewissheit das die Chance eine oder mehrere weitere Autoimmunerkrankungen zu bekommen bei 25% liegt. Oft liegen weitere  Autoimmunerkrankungen sogar bereits vor, nur man weiß es nicht.

 

Das ist bei mir z.B. so mit der Endometriose und ich habe auch kleine leichte weiße Flecken auf meinem Rücken entdeckt, die aber inzwischen schon nicht mehr so deutlich zu sehen sind wie früher.  

Stille Entzündungen - der heimliche Feind

Heute möchte ich darüber erzählen warum es so wichtig ist die Autoimmunerkrankungen ganzheitlich zu behandeln bzw. möglichst ganzheitlich VORZUBEUGEN! Ich erzähle die Geschichte einer Bekannten von mir.  Ich habe lange überlegt ob ich diese Geschichte teilen soll und habe mich jetzt dafür entschieden. 

 

 

Meine Bekannte hat die sogenannte "Weißfleckenkrankheit" alias Viltiligo. Das bemerkte ich bereits bei unserem ersten Treffen vor vielen Jahren. Ich sah ihre gebräunte Haut und an den Armen große weiße, zum Teil ineinander fließende Flecken. Ich war damals gerade mit der HP-Ausbildung angefangen und kannte zwar Viltiligo vom Begriff her, aber das es eine Autoimmunerkrankung ist wusste ich damals noch nicht. 

 

Ich erinnere mich noch genau an einen Abend im Herbst 2007 als mein Mann mir erzählte das unsere Bekannte Krebs hat. Und zwar Magenkrebs. Mich hat das ehrlich so geschockt. Magenkrebs in diesem jungen Alter. Sie hatte zu dem Zeitpunkt ein kleines Kind. Mir lief es eiskalt den Rücken runter.

Als wir bei ihr waren durfte ich ihre Arztberichte lesen und mir wurde noch schlechter. Ihre Prognose war ehrlich gesagt niederschmetternd. Ein großer Tumor in der Kardia (Mageneingangsbereich, obere Magenteil), der bereits in die umliegenden Lymphknoten und auch in die Leber gestreut hatte. Zufälligerweise hatten wir auch gerade das Thema in der HP-Schule und ich wusste das ihre Überlebenschance, laut der allgemeinen Aussage, in diesem Stadium eher sehr gering war. 

Ich muss dazu sagen, dass ich ihr gegenüber davon nichts erwähnte. Bis heute nicht. Ich bin immer dafür positiv zu denken und zu reden und den Menschen Hoffnung und einfach Unterstützung und Liebe zu schenken, egal wie es aussieht. 

 

Sie war auch eine Kämpferin. Sie entschied sich für die konventionelle Therapie und machte eine lange Chemotherapie und direkt danach wurde ihr der komplette Magen in einer mehrstündigen OP plus die Metastasen und ein Teil der Leber entfernt. 

Für mich ist sie eine sehr starke und bewundernswerte Frau. Ihr geht es übrigens heute, 10 Jahre danach, gut, der Krebs ist überwunden, sie hat überraschend noch ein Baby bekommen (die Onkologen hatten ihr gesagt sie würde durch die Chemotherapie unfruchtbar). Happy End für sie!  Aber sie ist (in meinen Augen) ein absoluter Glücksfall, denn ich kannte einige Menschen mit Magenkrebs und alle bisher, außer sie, sind daran verstorben.

Autoimmunerkrankungen und Krebs

Was hat das nun aber alles mit Autoimmunerkrankungen zu tun, magst du dich vielleicht fragen. Dazu komme ich jetzt....

 

Es war inzwischen 2012 und ich hatte meine Hashi-Diagnose, mir ging es sehr schlecht und ich nahm L-Thyroxin als meine Bekannte zu Besuch kam und die Tabletten in der Küche liegen sah und mich fragte ob ich die denn auch nehmen muss. Ich bejahte und fragte sie ob sie denn auch etwas mit der Schilddrüse hätte.

Und sie berichtete das diese schon seit fast 20 Jahren quasi nicht mehr vorhanden sei.....Sie hatte also auch Hashimoto....

 

Und in dem Moment verstand ich es....es war als ob sich die Punkte zu einem Muster verbanden. In dem Moment wusste ich das sie nicht nur Viltiligo und Hashimoto hatte, sondern (vor ihrer Magen-OP) auch eine Autoimmun-Gastritis. Ich forschte etwas nach und bekam da ziemlich genau meine Vermutung bestätigt. 


Autoimmunerkrankungen des Magens spielen sich vorrangig in der Kardia (dem oberen Teil des Magens ab), da wo ihr Krebs entstanden war. Außerdem fand ich raus das wenn man Hashimoto hat, ein 5 fach erhöhtes Risiko hat eine Autoimmungastritis zu bekommen und das diese (wie die anderen Gastritisformen auch), auch zu Krebs führen können.

 

Ich gebe zu, in diesem Moment hat mir das einfach wahnsinnige Angst gemacht, ein Gefühl von "Ich hab überhaupt keine Kontrolle mehr über meinen Körper, wer weiß wo meine Autoimmunkrankheit noch gerade wütet und vielleicht hab ich auch schon Krebs" überfiel mich....aber ich beruhigte mich dann auch relativ schnell wieder, weil ich wusste das Panik auch nichts besser macht oder gar ändert.  

 

Stress ist immer kontraproduktiv und ändert rein gar nichts an der aktuellen Lage.

(Selbst)Heilung ist möglich

Natürlich hätte ich eine Magenspiegelung machen können um zu gucken ob ich auch eine Autoimmungastritis habe ( diese sind übrigens häufig stumm, deshalb war es bei meiner Bekannten auch erst so spät aufgefallen, da sie bis zur Diagnose keine Magenprobleme hatte) , aber ganz ehrlich dann hätte ich noch zig weitere Untersuchungen auf andere Autoimmunerkrankungen machen können. 

 

 

Denn Autoimmunerkrankungen sind nun mal AGGRESSIV, da brauchen wir uns nichts schön reden. Sie führen zu chronischen (meist stillen) Entzündungen und aus Entzündungen kann sich auch immer eine Krebserkrankung entwickeln. 

 

 

Die Geschichte meiner Bekannten hat sicher einen großen Anteil mit daran das ich "weiter" geguckt habe. Mich nicht nur auf meine damals immer kleiner werdende Schilddrüse zu konzentrieren sondern ganzheitlich zu gucken.

Ich habe mein ganzen Leben umgekrempelt, denn ich wollte nicht nur das es mir besser geht, sondern auch wollte ich natürlich den kompletten Autoimmunvorgang in meinem Körper stoppen! 

 

Für mich war das Beispiel meiner Bekannten ein klares Zeichen (irgendwie sah ich es als Lernaufgabe für mich):

 

 

Wenn du nichts veränderst in deinem Leben, an deiner Ernährung, Stressprophylaxe betreibst etc... wird sich gesundheitlich auch nichts verbessern, im Gegenteil: Die Autoimmunerkrankung wird auf Dauer immer größere Kreise schlagen! 

 

 

Natürlich ist es wichtig bei einem Hashimoto AUCH auf die Schilddrüse zu gucken, zu schauen was sie einem sagen will, welches Thema sich dahinter versteckt, rausfinden womit man sie positiv unterstützen kann in ihrer Heilung und Arbeit.  ABER es einfach dabei zu belassen L-Thyroxin zu geben und den Patienten einfach sein Leben so weiter leben zu lassen wie bisher finde ich fast fahrlässig.

 

Bei einer Autoimmunerkrankung (genau so wie bei anderen zum Teil chronischen Erkrankungen) ist es wichtig ganzheitlich zu gucken und zu behandeln. Folgende Punkte finde ich besonders wichtig: 

 

  • Den Darm zu reinigen und zu sanieren (mehr zu dem Thema kannst du in diesem Artikel hier lesen)
  • Den Körper ganzheitlich zu entgiften ( Hierüber habe ich ein großes umfangreiches Ebook geschrieben) 
  • Stress aus seinem Leben zu eliminieren wo es nur geht und sich einen Ausgleich zur Entspannung und Ruhezeiten zu suchen. Genauso wie das Leben bewusster und achtsamer zu leben. 
  • Seine Ernährung mal genau zu betrachten und zum positiven zu verändern. Gluten ist z.B. Gift für Autoimmunerkrankungen. Mehr darüber kannst du HIER lesen. Außerdem könnte (nicht nur) für Hashimoto-Patienten noch dieser Artikel über Ernährung interessant sein. 
  • Das Thema Selbstliebe und Selbstwahrnehmung ist bei Menschen mit Autoimmunerkrankungen meist auch gestört und von daher sehr sehr wichtig, denn Autoimmunerkrankungen können auch mit dadurch genährt werden das man sich selbst nicht mag, abwertet, selbst verletzt und niedermacht etc...

 

Im Endeffekt sind dies aber auch alles Punkte die nicht nur Menschen mit einer Autoimmunerkrankung beherzigen sollten, sondern generell alle Menschen, mit anderen Krankheiten oder auch die die gesund bleiben möchten. 

 

Wenn dich dieses Thema interessiert, also ganzheitliche Heilung dann ist vielleicht auch dieser Artikel hier von mir für dich interessant und hilfreich. Da erfährst du die 12 wichtigsten Punkte für deinen Heilungsweg. 

Ich hoffe ich habe dir mit diesem Artikel keine Angst gemacht, sondern konnte dir etwas Mut gegeben, nicht nur oberflächlich zu gucken und zu behandeln, sondern immer ganzheitlich und vor allem mit ganz viel Liebe! 

 

Ich wünsche dir genau das: Alles Gute und viel Liebe! 

 

 

Wenn dieser Artikel hilfreich für dich war dann teile ihn doch bitte gern. Und ich freue mich natürlich auch, wenn du deine Erfahrungen in Bezug auf Autoimmunerkrankungen mit mir teilst. Schreib es mir unten in die Kommentare. 

 

 

Stay HAPPY and HEALTHY with lots of RAWfood

 

Deine Jen 

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Kommentare: 4
  • #1

    Brunhilde (Donnerstag, 30 März 2017 15:05)

    Danke liebe Jen fuer deine immer ehrlichen Berichte und die vielen wertvollen Tipps, die wir von dir in Bezug auf ganzheitliches Wohlbefinden erhalten.Mit deinen Vorschlägen und Anregungen konnte ich meine Lebensqualität enorm steigern in recht kurzer Zeit. (Hashimoto)
    Auf dein gut verstaendlich geschriebenes Buch greifen wir immer wieder gern zurück.

  • #2

    Jen (Freitag, 31 März 2017 12:09)

    Vielen lieben Dank Brunhilde für deine Worte. Das berührt mich und freut mich wirklich sehr. Ich freue mich immer wenn ich helfen kann!
    Lieben Dank und ein sonniges Wochenende wünsche ich euch!

    Jen

  • #3

    Judith (Donnerstag, 03 August 2017)

    Hallo liebe Jen,

    Ich finde deine Einträge super und es ist so gut zu hören dass man auch bei Sd- Problemen ohne medis Leben kann.
    Ich hab bis vor 2 Monaten auch euthyrox 175 genommen und dann aber abgesetzt da ich lieber ganzheitlich an die Sache ran gehen wollte (vegan, kein Kaffee mehr, viel roh...) dein Artikel hat mich darin bestärkt.

    Mir geht es auch sehr gut. Allerdings habe ich morgens teilweise einen ziemlich schweren Kopf und es wird mir als schwarz vor Augen. Nicht mega schlimm aber manchmal bisschen nervig � denke das kommt noch daher dass mein Körper denkt es müsste die Tablette kommen aber das tut sie nicht. Hast du vielleicht ein Tip wie ich dadrauf reagieren kann ? Will mal grüne Säfte am morgen probieren....

    Einen super tag dir , liebe Grüße Judith �

  • #4

    Jen (Mittwoch, 09 August 2017 17:40)

    Hallo liebe Judith,
    und entschuldige die verspätete Antwort. Das freut mich sehr, dass ich dir mit meinen Artikeln Mut machen kann!
    Hast du das LT einfach abgesetzt oder "ausgeschlichen". Es wäre schon gut es immer auszuschleichen, damit der Körper bzw. die Schilddrüse damit klar kommt. so habe ich es auch gemacht.

    Es kann schon daran liegen das du kein LT mehr nimmst. Grüne Säften bringen auf jeden Fall Energie, bedenke aber auch das sie die Entgiftung anregen (das kann ggf. auch zu leichten Entgiftungserscheinungen wie Schwindel, Müdigkeit etc... führen), aber auf Dauer gesehen und generell sind grüne Säfte super!!!!

    Ansonsten probiere doch mal dich morgens nach der Dusche halt abzubrausen (von unten nach oben, wenn du so ein Frostköttel bist wie ich, reichen auch die Beine. Das bringt den Kreislauf in Schwung). Oder zumindest kaltes Wasser ins Gesicht und vielleicht ein paar Gymnastikübungen am offenen Fenster (oder einige Minuten Trampolinspringen, wenn du eins hast ;) )

    Ich wünsche dir weiterhin alles Gute, hab einen schönen Abend,

    Jen