Wie viel Rohkost ist gut für mich?

Rohkost ist gesund - das steht außer Frage.

 

Sie liefert wertvolle Nährstoffe wie unverfälschte Vitamine, sekundäre Pflanzenstoffe, Enzyme, Spurenelemente und Mineralstoffe.

Aber wie viel Rohkost sollte man eigentlich wirklich essen? 

 

Muss es wirklich 100% sein, damit es einem gut geht?  Und welche "Art" von Rohkost ist die Beste?

 

Diese und andere Fragen beantworte ich in diesem Artikel. 

Rohkost gleich Rohkost?

Zuerst einmal vorab, wenn du wissen möchtest welche Vorteile die Rohkost hat, bzw. du dich noch nicht so sehr mit dem Thema beschäftigt hast, dann lies doch vorab DIESEN Artikel. 

 

Mir ist in den Jahren in denen ich mich nun mit der veganen Rohkost beschäftige vor allem auch eins deutlich aufgefallen: Rohkost ist nicht gleich Rohkost. 

 

 


Ich habe gemerkt das sehr viel kategorisiert wird, z.B. in : 

 

  • rawtill4 : hier isst man nur von morgens bis nachmittags Rohkost und zum Abend hin eine gekochte Mahlzeit

 

  • Gourmet-Rohkost : ( hier werde ich oft von anderen eingeordnet ;) )  Es sind die Rohköstler die gewöhnliche Gerichte in veganer Rohkost nachbauen und dafür z.B. häufig viel Nüsse/Samen verwenden oder Lebensmittelkombinationen die eher als "ungesund" benannt werden.

 

  • 80/10/10 : bei der die Rohkosternährung zu 80% aus Kohlenhydraten, vor allem Früchten, besteht und zu 10% aus Fett und 10% aus Eiweiß

 

  • Hippokrates-Ernährung: Bei dieser Rohkosternährung wird (fast) komplett auf Fruchtzucker verzichtet, auch der Fettanteil wird sehr sehr gering gehalten. Dafür werden um so mehr Sprossen gegessen (welches eine Hauptzutat quasi in der Hippokrates-Ernährung bildet) neben viel grünen Säften etc.

 

  • Salzfreie und fettfreie/fettarme Rohkost oder kohlenhydratarme Rohkost

 

  • etc....

 

 

Ich für mich muss sagen, ich mag keine Schubladen und werde mich von daher auch in keine stecken (lassen).  Ich bin auch keine Gourmet-Rohköstlerin nur weil ich gerne mal solche Rezepte kreiere. Bei mir gibt es frische (grüne) Säfte, mal esse ich Obst, mal weniger. Ich esse zwar relativ viel Gemüse und Sprossen, aber manchmal gibt es ein paar Tage keine Sprossen, weil ich nichts gekeimt habe ;) Manchmal läuft der Dörrautomat bei mir rund um die Uhr und manchmal ein oder zwei Wochen gar nicht weil ich nur Frisches esse.....Und wer bin ich nun in der Rohkosternährung?!

 

 

Wenn ich z.B. sage ich mache jetzt "rawtill4" und esse aber dann schon Mittags eine warme Mahlzeit und abends ein Salat... ist es ja kein rawtill4 mehr oder?


Oder wenn ich doch mal mehr Fette esse, habe ich dann in meiner 80/10/10-Ernährung versagt? Oder was, wenn ich merke das mir so wenig Fett doch nicht gut tut oder mir an manchen Tagen richtig nach Nüssen oder Avocado ist, ich aber eine lowfat-Rohkost eigentlich praktiziere?

 

Fragen über Fragen. Und wer hat nun die richtige Antwort? Eigentlich nur DU SELBST!

Meine Ernährung

Wie sieht eigentlich meine Ernährung genau aus? Ich poste ja einiges an Bildern, aber das ist auch immer nur ein Teilausschnitt aus meinem (Ernährungs)Leben. 

 

Ich betitel mich selbst als Rohköstlerin, obwohl ich nicht (immer) zu 100% Rohkost esse. Uhhh, darf ich das jetzt überhaupt?  Ich mache es einfach, aus dem Grund, weil ich mich mit der Rohkost so sehr verbunden fühle und weil die Rohkost für mich ein Lebenselixier ist und ja auch meine Rettung war (mehr darüber kannst du HIER nachlesen ) , einfach weil ich sie liebe, egal ob ich nun an einem Tag 50% Rohkost esse oder 100% 

Bei mir ist es so das ich einen sehr hohen Rohkost-Anteil habe, aber der schwankt halt immer. Mal habe ich Phasen wo ich nur Rohkost essen mag und dann sehne ich mich wieder zurück nach Gerichten für die ich in der Rohkost einfach keinen "Ersatz" gefunden habe: Wie z.B. Kartoffelgerichte. Ich hab es nicht geschafft die Kartoffel für mich in einer Rohkost-Variante zu zaubern so das ich sie nicht vermisse. Finde ich aber auch nicht schlimm, denn ich sterbe nicht davon wenn ich mal Kartoffeln esse, und auch nicht von Quinoa, Hirse, Reis oder sogar mal glutenfreien Nudeln.

 

Es ist bei mir so, dass ich meine gekochte Mahlzeit, zB. Kartoffeln, Quinoa etc... mit Rohkost mische bzw. kombiniere in einer Mahlzeit!  Irgendwie ist Rohkost schon immer dabei bei mir.

 

Ich weiß, es wird sehr oft gesagt das das nicht gut bekömmlich ist. Also Rohkost und gekochtes zu vermischen, aber ich habe wirklich keinerlei Probleme damit. Und da ich es gut vertrage, nutze ich es natürlich aus um meinem Körper zu dem gekochten auch gute unverarbeitete Nährstoffe zu bieten. So bleibt mein Rohkost-Anteil an dem Tag auch weiter sehr hoch. 

Lerne auf deine Körperweisheit zu hören

Ich finde es wirklich wichtig zu lernen auf seinen eigenen Körper zu hören. Denn wir sind nun mal einfach alle unterschiedlich. Jeder Körper ist auf seine Art speziell und niemand ist 100% gleich, deshalb finde ich es auch Sätze von manchen wie "Rohkost heilt alles. Du musst nur 100% Rohkost essen und alles wird gut." etwas daneben, denn so ist es nun mal nicht.

Ich möchte z.B. nicht behaupten das ein extrem hoher Rohkost-Anteil, so wie ich ihn in meiner Ernährung habe, für jeden etwas ist. 

 

Wenn du dir aber unsicher bist, es dir gesundheitlich nicht gut geht und du nicht weißt wie du anfangen sollst raus zu finden was für dich gut ist und was nicht, dann steh ich dir mit meinem Online-Coaching gern zur Seite. Gemeinsam können wir raus finden, was für dich und deinen Körper gut ist und was nicht und zwar auf ganzer Ebene und in allen Bereichen deines Lebens. 

 

 

 

 

Ansonsten gebe ich dir hier gleich ein paar Tipps, die es dir vielleicht etwas einfacher machen: 

 

  • Starte langsam! Wenn du dich für Rohkost interessierst, dann fange möglichst nicht sofort von 0 auf 100 an. Das kann in Rückfällen (in dem man dann auch oft zu ungesunden Lebensmitteln greift) und auch zu schweren Entgiftungskrisen führen.

 

  • Es muss nicht jeder Tag gleich sein! Ich trinke z.B. ja meist morgens grüne Säfte, aber wenn ich nun mal ein Tag habe (oder auch mehr, z.B. als wir im Urlaub waren) wo ich nicht dazu komme oder keine Lust darauf habe , dann ist das vollkommen okay. Ich kann meine Portion GRÜN auch so zu mir nehmen, in Kombi mit Gemüse oder Obst, ist es kein Problem ;) 

 

  • Finde heraus ob du ein Frühstück brauchst! Ich bin kein Frühstücker - das heißt aber nicht das es bei dir auch so ist. Vielleicht bist du ein Mensch der morgens unbedingt ein Frühstück braucht. Wenn das so ist kannst du ja versuchen es durch eine Obstmahlzeit oder ein (roh-veganes) Granola mit einer Nussmilch zu ersetzen. Alle mal besser als Weißmehlbrötchen ;)  Vielleicht zieht es dich beim Frühstück aber auch in die ayuvedische Richtung, wo gerne ein warmes Frühstück wie ein Porridge oder ähnliches zu sich genommen wird. 
    Warum auch nicht? Auch das lässt sich mit Rohkost kombinieren.

 

  • Hab Spaß an der Ernährung! Ich habe die Erfahrung gemacht wenn man keine Freude daran hat sich sein Essen zuzubereiten, sondern immer am überlegen ist "Darf ich das jetzt?"  und "Passt das mit dem zusammen?"  und "Oh das ist jetzt aber nicht basisch!"  dann ist es auch nicht GESUND! Dein Körper steht dann nämlich total unter Stress und das ist genau so ungesund als würdest du dir gut gelaunt eine ordentliche Portion Junk Food genehmigen ;)  Ich denke du verstehst was ich meine! 

Ich hoffe ich konnte dir mit diesem Artikel ein wenig die "Angst" nehmen etwas falsch zu machen in der Rohkost- bzw. in der gesunden Ernährung! 

 

Natürlich ist gesunde Nahrung wichtig für uns, für unseren Körper und auch für  unsere Seele und unseren Geist, aber Dogmatismus ist genau wie Perfektionismus eines mit der größten Krankmacher, damit haben wir nichts gewonnen! 

 

Das Leben ist ein stetiger Wandel und auch wir sind hier um zu lernen und zu wachsen (zumindest gehe ich davon aus!). Wir können heute noch nicht wissen was in 2 Jahren gut für uns ist und wo wir uns genau hinbewegen. Das ist auch ganz gut so, denn wir wollen/sollen ja das HIER und JETZT leben und genießen.  

 

Also lerne auf deinen Körper zu hören und gib ihm so viel wie möglich Gutes und zwar auf allen Ebenen, denn die Gesundheit wächst nicht nur durch die Ernährung ;)

 

Willst du genauer erfahren wie du dir ganzheitlich Gutes tun kannst? Dann ist mein Ebook bestimmt etwas für dich! 

 

 

Wie stehst du zum Thema 100% Rohkost und den ganzen anderen "Ernährungsregeln" die man so oft liest. Und wie handhabst du es persönlich? Das finde ich wirklich interessant und freue mich auf deinen Kommentar unten, dazu.  
Natürlich freue ich mich auch, wie immer, wenn du diesen Beitrag teilst! DANKE! 

 

 

Stay HAPPY and HEALTHY with lots of RAWfood

 

Deine Jen 

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Kommentare: 8
  • #1

    Beatrice (Mittwoch, 22 März 2017 13:03)

    Hallo, vielen Dank für diesen tollen Bericht!
    War immer unsicher und das hat mir jetzt weiter ermutigt, weiterhin auf meinem Körper zu hören.
    Dankeschön! � �

  • #2

    Jen (Mittwoch, 22 März 2017 13:10)

    Hallo liebe Beatrice und vielen Dank für dein Feedback. Das freut mich sehr das ich dich da ermutigen konnte, da kam der Artikel ja wahrscheinlich zur richtigen Zeit <3
    Viele sonnige Grüße, Jen

  • #3

    Claudi (Mittwoch, 22 März 2017 15:56)

    Liebe Jen, vielen lieben Dank für deine Worte zum Thema Rohkost und die vielen Inspirationen durch deine Rezepte.
    Ich möchte dir beipflichten wenn es um Dogmatismus und den Rohkostanteil der Nahrung geht. Jeder Mensch wird es für sich selbst herausfinden, wenn er auf SEINEN Körper/Geist/Verstand hört. Leider ist dieses vielen Menschen nicht mehr möglich, da sie durch Drogen (Medikamente/Zucker/Alkohol/Umweltgifte/Salz/Glutamat/Auszugsmehl/Aspartam u.a. Zuckeraustauschstoffe ...) garnicht mehr in der Lage dazu sind. Auch viele unserer Medien sind Drogen o.a. ausgedückt Massenbetäubungsmittel. Die Werbung suggeriert ja so einiges. Zur Nahrung gehört auch Sauerstoff und geistige Nahrung. Niemand wird es anderen nur durch erklären oder "besser wissen" lehren. Lernen ist Erfahrung. Alles andere ist nur Information. ... sagte schon Einstein.Für viele Menschen heißt gesunde Nahrung Verzicht. Für mich ist es eine absolute Bereicherung ! Ich spüre sehr wohl, nach ca.2 Jahren veget. Vollwertkost, wenn ich Zucker esse od.ä.... Ich versuche es meinen Mitmenschen vorzuleben, sie zu inspirieren, probieren zu lassen. Zu Feiern bringe ich dann gesunde Überraschungen mit, feiere meine Partys vegan oder demnächst rohköstlich usw. usw. und das Beste für mich ist...es bereitet mir Megafreude, ich bin achtsamer geworden und fühle mich dolle wohl damit.
    Ich bin sehr dankbar für deine Mühe u Fleiß u liebevolle Art und Weise den Menschen gesündere Lebensweisen aufzuzeigen.
    Oh, soviel Text....ich könnt noch viiieeel mehr...
    Liebe Grüße von Claudi

  • #4

    Spalouna (Mittwoch, 22 März 2017 19:06)

    Hallo Jen, dein Beitrag ist super, spricht mir aus der Seele!
    Die Rohkostszene macht mich manchmal richtig sauer, weil es so viele Dogmatiker gibt mit extremen Ansprüchen! Besonders wenn man die Anfänge liest, wie "vergiss den Kochtopf..." usw. Man kann es quasi gar nicht richtig machen.
    Zum Glück habe ich so was wie ein gesundes "Grundgespür" und habe mich genau wie du schreibst auf mein Köpergefühl zurück besonnen. Ohne das hätte ich längst das Handtuch geworfen...
    VLG Spalouna

  • #5

    Sven (Donnerstag, 23 März 2017 08:06)

    Diese Frage kann man erst beantworten wenn man Jahre bzw. Jahrzehnte lange Erfahrung hat. Bin nun selbst über 25 Jahre dabei. 20 Jahre 100%. Es ist doch alles viel komplexer als sich das der Anfänger, unter 10 Jahre Erfahrung, so vorstellt.

    Lg Sven

  • #6

    Jen (Donnerstag, 23 März 2017 09:06)

    Hallo liebe Claudi, vielen Dank für dein Feedback. Das hast du sehr schön beschrieben. Auch das eben mit den "alten Süchten und Lasten". Ich selbst war ja früher wie betäubt davon, aber ich hab auch gemerkt als ich dann erstmal anfing mehr Rohkost zu essen, das mein Körper mir DANN genau signalisierte was er wirklich braucht. Ich war früher Pommes-Junkie und wenn mein Körper jetzt danach verlangt, weiß ich natürlich das das dann NICHT meine Körperweisheit ist, sondern noch mein altes Laster, was mal wieder durchkommen will ;)
    Du machst das ganz toll wie du das beschreibst. Ganz liebe Grüße Jen


    Hallo Spalouna, ja ich weiß total was du meinst und das war auch der Grund warum ich mich von einigen Seiten bzw. Rohkostgruppen zurückgezogen habe, weil ich einfach kein Dogmatismus mag und man auch gar nicht das Recht hat zu behaupten das 100% Rohkost für jeden so unabdingbar gut ist. Wahrscheinlich auch weil das für mich dann nichts mit (Selbst)Liebe oder Achtsamkeit (auch im Umgang miteinander) zu tun hat, was ich für ein gesundes Leben auch sehr wichtig finde! Danke für dein Feedback, liebe Grüße <3


    Hallo Sven, wow 20 Jahre 100% Rohkost, schon respektvoll, aber wenn es passt,dann ist es gut. Bist du jetzt nicht mehr zu 100% roh und wenn ja, was gab dann nach 20 Jahren den Anstoß etwas anders zu machen, oder warst du erst die 5 Jahre davor nicht zu 100% Rohköstler?

    Ich glaube schon das man im Nachhinein natürlich am besten weiß, ob was gut war oder nicht, allerdings glaube ich, für mich persönlich auch, das ich schon spüre was meinem Körper jetzt gerade gut tut , was ich jetzt wirklich brauche, und nicht nur in Ernährungssachen. Im Endeffekt geht es mir ja auch ums JETZT und das es mir im Hier und Jetzt gut geht ;) Liebe Grüße Jen

  • #7

    Claudi (Dienstag, 11 April 2017 17:03)

    Hallo liebe Jen,
    vielen Dank für deine mich stets sehr inspirierenden und lehrreichen Artikel. Ich bekomme Ostern Gäste und habe nun Sorge, wenn ich sie nur rohköstlich bewirte, dass sie es nicht vertragen... Hast du da Erfahrungen gesammelt ?
    Bei nur veganer u zuckerfreier Bewirtung ist es ihnen bisher nicht aufgefallen ;-)
    Liebe Grüße sendet Claudi

  • #8

    Jen (Mittwoch, 12 April 2017 08:23)

    Hallo liebe Claudi, immer wieder gerne. Ich freue mich wenn ich mit meinen Artikeln und Rezepten weiterhelfen kann ;)
    Ich muss gestehen wir machen hier selten NUR rohköstliches Essen wenn wir Besuch bekommen, dass liegt aber auch daran weil mein Mann ja auch ein Allesesser ist.
    Wäre es nicht auch eine Option bei euch beides anzubieten, ein Teil rohvegan und ein Teil "nur" vegan.
    Aber ehrlich gesagt wird bei uns auch immer das rohvegane total gut gegessen und es ist noch nie jemandem schlecht bekommen :D An meinem Geburtstag letztes Jahr, da hab ich ein großes roh-veganes Buffet gemacht und da gab es wirklich nur rohvegan, keiner hat sich beschwert oder ähnliches und allen ging es gut und selbst eine Bekannte, wo ich vorher dachte das sie nichts probieren wird hat meine roh-vegane Donauwelle gegessen und war dann ganz fasziniert! ;)

    Liebe Grüße Jen