Süßlupine - Basische Hülsenfrucht auf dem Vormarsch

Lange gab es keinen Artikel mehr von mir.

 

Heute soll es mal wieder soweit sein. Und er handelt von der Süßlupine.

 

 

Hast du schon mal etwas von der Süßlupine gehört? Oder etwas mit ihr ausprobiert? Wenn nicht ist dies bestimmt der richtige Artikel für dich.

 

 

Lupinen , auch unter dem Begriff Wolfs- oder Feigbohnen bekannt gehört ebenso wie Erbsen, Kichererbse und auch die Erdnuss zu der Familie der Hülsenfrüchte. 

 

Wichtig ist zu erwähnen das sich die Süßlupine von den normal bekannten Lupinen bzw. den wilden oder Garten-Formen unterscheidet.

Dies betone ich deshalb so, weil im Internet auch einige Artikel kursieren die vor dem Verzehr der Süßlupine, wegen angeblicher Toxitität warnen, dabei haben die Autoren die Süßlupine mit der gewöhnlichen Lupine verwechselt.

 

 

Die gewöhnliche Lupine enthält nämlich wirklich giftige Alkaloide und viele Bitterstoffe. Ist von daher nicht für den Verzehr geeignet. Einige Menschen allerdings schwören darauf, wenn man sie in Salzwasser einlegen würde, dass sie danach zu verzehren wäre. Ich habe dazu keine Erfahrungen und würde es von daher auch nicht empfehlen ;)

 

Die Süßlupine hingegen, die es auch in mehreren Arten gibt: die weiße, die blaue und die gelbe Süßlupine , ist eine spezielle Zuchtform die kaum noch Alkaloide enthält  und nur noch sehr wenig bis keine Bitterstoffe (daher rührt auch ihr Name, nicht etwa weil sie süß schmeckt) ;) 

 

Ja und genau über diese werde ich nun etwas genauer erzählen.

Die Süßlupine - Konkurrenz für die Sojabohne?

 

 

Die Süßlupine wurde  in letzter Zeit schon bekannter da sie immer öfter mit der , für Vegetarier und Veganer beliebten Sojabohne, verglichen wurde. 

 

Soja wird in der veganen Ernährung ja hauptsächlich verzehrt damit der Körper sein nötiges Eiweiß bekommt.  Da kann die Süßlupine aber locker mit halten, denn sie besitzt 40% pflanzliches Eiweiß. Dieses ist aufgeschlüsselt in , vom Körper leicht verwertbare, Aminosäuren und sie enthält sogar alle essentiellen Aminosäuren, also die die der Körper nicht selbst herstellen kann, die zwangsläufig auch mit der Nahrung zugeführt werden müssen.

 

Gegenüber von Soja wird die Süßlupine in heimischen Gebieten (regional) und ohne Gentechnik angebaut (Achtung, trotzdem darauf achten woher man seine Süßlupinen-Produkte bezieht), was ein weiterer Vorteil ist. 

 

 

 

Wichtig zu beachten! 

 

 

Es gibt leider auch eine negative Sache zu nennen bei der Süßlupine, die extrem wichtig ist zu erwähnen.

 

Die Süßlupine besitzt allergisches Potential und ist in Deutschland unter den 15. häufigst auslösenden Lebensmitteln

 

Das bedeutet, wer bereits auf Hülsenfrüchte wie Sojabohnen oder Erdnüsse allergisch reagiert hat, sollte die Süßlupine vermeiden. (Immer auch auf die Zutatenliste bei Produkten achten, weil Süßlupinen inzwischen schon recht häufig eingesetzt werden!) 

 

Auch wer unter einer Gräserpollen-Allergie leidet sollte die Süßlupine lieber nicht verzehren, da eine Kreuzallergie bestehen kann. 

 

Wer allerdings mit Allergien und Nahrungsmittelallergien in dem Bereich keine Probleme hat, für den wird die Süßlupine eine Bereicherung sein. 

 

Und jetzt kommen wir zum nächsten Teil in dem es um das positive der Süßlupine geht. 

Vorteile der Süßlupine

 

  • Sie ist glutenfrei
  • Sie besitzt keine Stärke
  • Sie ist und wirkt basisch 
  • Sie ist reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, hat aber insgesamt nur einen Fettanteil von 4-7%
  • Sie hat einen Ballaststoffgehalt von 15%, der in Kombination mit dem niedrigen Fettanteil zu einer Cholesterinsenkung (wenn denn nötig) führen kann
  • Sie ist frei von giftigen, bitteren und blähenden Inhaltsstoffen
  • Sie kann auch roh verzehrt werden (optimal in der gekeimten Form).
  • Sie enthält wertvolle wichtige Vitamine wie Vitamin A, B1 und Vitamin E.
  • Auch ist sie eine gute Mineralstoffquelle für Kalium, Calcium und Magnesium und enthält sehr viel von dem Spurenelement Eisen (wichtig für die Blutbildung!)
  • einige Quellen (da muss ich aber noch mal genau nachforschen) beschreiben das die Süßlupine präbiotisch wirkt (und damit eine absolute Bereicherung für ein gesundes Darmmilieu wäre)
  • wie bereits oben erwähnt, die Süßlupine wird hier in Deutschland regional angebaut und ohne Gentechnik

 

Na was sagt ihr? Ich finde es ist sehr lohnenswert mit der Süßlupine in der Küche zu experimentieren (wenn man keine Allergie hat!). Ich selbst habe das schon des öfteren getan ;)

Was kann man mit Süßlupinen machen?

 

Mit Süßlupinen kann man so einiges in der Küche zaubern. Egal ob etwas herzhaftes oder etwas süßes. Es ist so viel möglich.

 

Man kann sie z.B. als Ei-Ersatz zum backen nehmen. Das funktioniert prima. Oder aus gekauftem Süßlupinen-Schrot eine vegane Bolognese zaubern.  Es ist natürlich auch möglich beim Kuchen-, Brot- oder Keksebacken ein Teil des normalen Mehls durch Süßlupinenmehl zu ersetzen.

 

Bei mir kommt es vorrangig in der rohen Küche vor ;) 

 

Ich habe das Süßlupinenmehl von Govinda. Auf der Verpackung steht das die Süßlupinen für 4 Sekunden auf 70 Grad erhitzt wurden, damit sie auch ungekocht und ungebacken zum verzehr geeignet sind. 

 

Ich habe selbst noch einmal mit Govinda Kontakt aufgenommen und nach gefragt ob es wirklich pur so angewandt werden kann und ich habe eine sehr ausführliche nette Antwort bekommen :)

 

Hier mal ein kurzer Teil der Email :

 

Als Fazit bleibt: durch die kurze Hitzebehandlung kann unser Süßlupinenmehl „roh“ verzehrt werden, da das Phasin durch diesen Prozess zerstört wird. Alkaloide sind – weil es sich um Süßlupinen handelt – ohnehin von Natur aus nicht mehr vorhanden.

 

Keimen der Süßlupinensamen

 

 

Süßlupinensamen (in Bioqualität) können auch gekeimt werden (die beste Möglichkeit, weil sich ihre tollen Nährstoffe dann noch mehr vermehren, quasi explodieren, und evtl. doch noch mögliche Hemmstoffe durch den Keimvorgang komplett abgebaut werden.

 

Dazu legt man die Samen über Nacht in genügend Wasser ein, kippt dies am anderen Tag weg, spült die Samen und gibt sie in ein Sieb oder Keimglas. Zwei bis 3 mal am Tag spülen und so lange warten bis das "Schwänzchen" mindestens genau so lang ist wie der Samen selbst. Dann sind sie verzehrfertig!

 

Achtung: Es kann sein das einige Samen nicht keimen, darauf bitte achten! 

Trau dich zu experimentieren 

 

Ich selbst habe es nun schon einiges damit ausprobiert, gerade auch mit dem Süßlupinenmehl, unter anderem das Snickersball-Rezept, welches auch in meinem aktuellen  (letzten) Newsletter steht und ich habe auch vor einigen Monaten damit meine roh-veganen Snickers gemacht....die waren sooo lecker. Das Rezept kommt irgendwann noch auf meinen Blog, versprochen ;) 

 

Wie ist eure Meinung denn (nun) zur Süßlupine? Habt ihr damit schon gekocht oder sie in der Rohkostküche benutzt? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht? Oder würdet ihr sie gerne mal ausprobieren?

 

Ich freu mich auf eure Kommentare. Und wenn ihr diesen Artikel interessant und hilfreich findet, dann teilt ihn gerne. DANKE! 

 

PS: Du hast das leckere Snickers-Balls-Rezept verpasst weil du (noch) nicht für meinen Newsletter angemeldet bist? Damit du zukünftig nicht meine speziellen exklusiven Rezepte für meine

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Stay HAPPY and HEALTHY with lots of RAWfood

 

Jen

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Kommentare: 8
  • #1

    Katrin (Donnerstag, 04 Februar 2016 12:43)

    Hallo Jen, danke schön für deinen informativen Artikel über die Süßlupine. Ich verwende das Lupinenmehl seit einiger Zeit in meiner Küche, roh und erhitzt. Kannst du mir sagen, warum genau man die Lupine nicht unerhitzt verwenden sollte? Was passiert da im Körper? Danke und liebe Grüße Katrin

  • #2

    Jen (Samstag, 13 Februar 2016 19:36)

    Liebe Katrin, entschuldige die späte Antwort.
    Süslupinen enthalten roh und ungekeimt, genau wie andere Hülsenfrüchte auch, Phasin (und andere Hemmstoffe die aber beim keimen oder erhitzen abgebaut wird.)
    Gerade das Phasin aber ist es welches nicht nur zu starken Verdauungsbeschwerden bis zu leichten Vergiftungserscheinungen führen kann, sondern auch die roten Blutkörperchen verklebt.
    Ich hoffe du liest meine Antwort noch und das sie dir weiterhilft.
    Alles Liebe, Jen

  • #3

    Fil (Freitag, 13 April 2018 20:11)

    Hallo :)

    Ich habe vor kurzem auch Süßlupinen keimen lassen. Die waren leider aber so bitter, dass diese ungenießbar waren. Ist der Geschmack echt so extrem bitter oder habe ich Pech mit dem Samen?

  • #4

    Mareen (Montag, 16 April 2018 16:23)

    Hallo Jen,

    kann ich gekeimte Süßlupinen roh verzehren oder sollte ich Sie noch erhitzen oder kurz verarbeiten? Wenn ja, wie genau? Lieben Dank für Deine Antwort. Kichererbsen kann man wohl auch roh in geringen Maßen vertragen aber scheinbar wäre kurz verarbeiten wohl auch besser. Stimmt das?

  • #5

    Jen (Donnerstag, 19 April 2018 09:41)

    Hallo Fil,

    ui, ne so bitter sind die eigentlich nicht. Das klingt komisch. Von welcher Firma waren die Süßlupinen denn? Vielleicht probierst du es noch einmal mit einer anderen Marke?


    Hallo Mareen, ja du kannst Süßlupinen roh verzehren. Ich würde es nur (nicht gleich) in zu großer Menge machen, sondern erst mal gucken wie der Körper/Bauch darauf reagiert und nächstes Mal kann man dann ja schon mehr essen.

    Gekeimte Kichererbsen esse ich nie roh, da diese noch einen Stoff haben der die roten Blutkörperchen zusammenklebt. Und der geht auch durchs keimen nicht (ganz) weg. Deshalb empfehle ich diese nach dem Keimen, zumindest noch einmal kurz aufzukochen.

    Alles Liebe euch, Jen

  • #6

    Margit (Donnerstag, 28 Juni 2018 19:59)

    Hallo Jen,

    ich habe Süßlupinen keimen lassen und sie dann gekocht, aber sie wurden nicht weich. :(
    Wie lange soll man sie kochen damit sie als Gemüse essbar sind, würde sie gerne in einen Eintopf geben.

  • #7

    Margit (Donnerstag, 28 Juni 2018 20:01)

    Hallo Jen,

    ich hab gekeimte Süßlupinen gepflanzt. wie hoch werden sie und wieviel Platz brauchen die Wurzeln?

  • #8

    Jen (Freitag, 06 Juli 2018 19:59)

    Hallo Margit, damit kenne ich mich leider nicht aus. Ich kaufe wenn Süßlupinenmehl bzw. Süßlupinen im Geschäft.
    Viele Grüße

    Jen