Hashimoto und Hormone (Hashimoto-Special Teil5)



Dies wird eher ein Text für die Mädels unter uns ;)

Denn es kommt nicht selten vor das die Frauen die eine Hashimoto-Thyreoiditis haben unter Problemen wie Zyklusstörungen, Probleme beim Schwangerwerden oder unter extremen Wechseljahrsproblemen etc....leiden.


Ich glaube eine Zeitlang dachten wir Frauen immer „Das ist eben so! Wenn Frauen Probleme mit ihren Tagen haben , starke Blutungen oder schmerzhafte Blutungen oder verkürzte oder verlängerte Zyklen dann gehört das eben zum Frauen-Leben dazu....."  ABER......

...nein, ich sehe das inzwischen komplett anders. Keine Frau, egal ob ein junges Mädchen welches gerade ihre Tage bekommen hat, noch eine Frau im gebärfähigen Alter oder auch eine Frau in den Wechseljahren sollte Probleme mit ihrem Zyklus oder Schmerzen bei der Menstruation oder Schwitzattacken oder Depressionen oder was auch immer haben!

Hashimoto und Hormone

Viele Frauen die Hashimoto haben, haben Probleme mit ihrem Zyklus, wie verkürzte oder verlängerte Zyklen, mitunter sogar ein Wechsel zwischen kurzen und langen. Sie haben übermäßig häufig PMS, Eierstockzysten, Probleme beim Schwanger werden oder auch beim Schwanger bleiben (denn laut einigen Aussagen soll bei Hashimoto die Fehlgeburtsrate um das 2-3fache erhöht sein)

 

Hier zu möchte ich aber noch sagen: Bitte keine Panik! Ich selbst war drei mal schwanger, und obwohl alles „etwas kompliziert“ war mit einer Fehlgeburt und Blutungen in den Frühschwangerschaften meiner beiden Mädels die beide dann auch noch Frühchen waren, so kamen sie trotzdem putzmunter und ohne Probleme auf die Welt.

 

Probleme beim schwanger werden hatte ich im übrigen überhaupt nicht! Im Gegenteil, bei mir ging es immer schneller als es geplant war. Dabei wird oft beschrieben das Hashimoto-Patienten Probleme haben können schwanger zu werden. Das kann ich nun nur aus meiner Sicht NICHT bestätigen.  

Wo liegt das Problem genau?

Die Frage ist  auch: Verursacht Hashimoto die Problematik im Zyklus oder provozieren

Hormonprobleme die Hashimoto-Erkrankung?

 

 

Ich glaube ehrlich gesagt, dass es ein Kreislauf ist und BEIDES bedingt sich (immer wieder) gegenseitig. 

Deshalb ist es wichtig auf beides zu achten: Seine Hashimoto-Erkrankung mindestens in Ruhestellung zu bekommen und evtl. vorhandene Hormonstörungen sanft und natürlich wieder zu regulieren.

 

 

Die Schilddrüse und die Eierstöcke werden hormonell BEIDE über das Hypothalamus-Hypophysensystem im Gehirn gesteuert. Da liegt schon mal eine Verbindung.

 

Ist die Hypothalamus-Hypopysen-Schilddrüsenachse über längere Zeit gestört, wird das nach und nach auch die Eierstöcke beeinflussen und so Zyklusstörungen und ähnliches verursachen.

 

Genauso produzieren ja aber unsere Eierstöcke auch Hormone, gerade die beiden Hormone Östrogen und Progesteron und letztes ist für die Schilddrüse ebenfalls sehr wichtig. Funktioniert also der Eisprung nicht mehr (durch z.B. Eintritt in die Wechseljahre) so wirkt sich dieser Progesteronmangel auch auch negativ auf die Schilddrüse aus!)

 

 

Das erklärt vielleicht warum Hashimoto-Diagnosen oft bei/nach hormonellen Veränderungen gestellt werden: Pubertät, Schwangerschaft, nach der Geburt, in den Wechseljahren.

 

 

Es ist häufig so das Hashimoto-Patienten unter einer sogenannten Östrogen-Dominanz leiden. Das bedeutet Östrogen und Progesteron sind nicht im Gleichgewicht, das Östrogen überwiegt und das Progesteron ist zu niedrig. (Bedeutet aber nicht zwangsläufig das allgemein zu viel Östrogen vorhanden ist, es kann auch trotzdem zu wenig Östrogen vorhanden sein). 

 

Symptome der Hormonstörung

  • schwere (und zum Teil auch sehr schmerzhafte) Menstruationsblutungen

  • geschwollene und mitunter schmerzhafte Brüste (in der zweiten Zyklushälfte)

  • Wassereinlagerungen im Gewebe

  • PMS (mit allen dazugehörigen körperlichen und/oder seelischen Symptomen)

  • Zysten (sowohl in den Brüsten als auch in den Eierstöcken)
  • Myome
  • Hitzewallungen
  • Verringerung der Libido oder gar Libidoverlust
  • Prä/menstruelle Migräne

  • Depressionen/Stimmungsschwankungen/Leicht Weinerlich

  • Atemprobleme (= Lufthunger, das Gefühl tief einatmen zu müssen um genug Luft zu bekommen)

  • Gewichtszunahme (besonders durch die Wassereinlagerung und Fetteinlagerungen die sich nur an Bauch, Hüfte und Oberschenkel befindet

  • Schilddrüsenfunktionssstörungen

Es müssen natürlich nicht alle Symptome bei jeder Frau auftreten. Schon wenn einige wenige Symptome davon gleichzeitig auftreten ist eine Östrogendominanz wahrscheinlich.

 

 

ACHTUNG: "Spätfolgen" von einer Östrogen-Dominanz können sein: 

 

  • Entwicklung von Gebärmutter-, Gebärmutterhals- oder Brustkrebs
  • Thrombosegefahr, da das Blut eindickt. Dies kann zu weiteren gefährlichen Entwicklungen wie einer Lungenembolie, einem Schlaganfall oder Herzinfarkt führen

 

Östrogen im Übermaß bremst die Schilddrüse und auch das Immunsystem!  

Der Check

Es lässt sich relativ einfach raus finden ob du eine Östrogen-Dominanz hast oder nicht oder ob andere Hormone nicht im Einklang sind. Das Prolaktin (eigentlich das Hormon welches besonders aktiv ist wenn die Frau schwanger ist, bzw. das Baby geboren ist weil es den Milchfluss anregt) kann z.B. durch eine Schilddrüsenunterfunktion auch ansteigen.

 

Es gibt zwei Möglichkeiten für eine Überprüfung der Hormone. Der Bluttest und der Speicheltest.

 

 

Blut oder Speicheltest?

 

Viele Frauenärzte testen meist die Blutwerte (wenn sie das denn überhaupt schon tun ist das ja eigentlich positiv zu sehen, denn heutzutage, ist zumindest das was ich sehe, das man um jede Untersuchung betteln oder sie mindestens selbst bezahlen muss) . Bei mir war es damals so als ich noch nichts von meinem Hashimoto wusste aber derartig schlimme Zyklusstörungen hatte, dass ich langsam wissen wollte woher es kommt: Ich vermutete einen Gelbkörperhormonschwäche (also Progesteronmangel) da ich alle möglichen Symptome davon hatte.


Mein Gynäkologe machte dann auch ohne Umschweife den Bluttest und rief mich ein paar Tage später an um mir mitzuteilen das ich perfekte Sexualhormonwerte hätte und diesen Monat unter Garantie keine Schmierblutungen bekommen würde. Als ich ihm mitteilte das ich aber bereits wieder Schmierblutungen habe, merkte ich das er auch sprachlos wurde.

 

Grund dafür war aber meine bereits eingetretene Schwangerschaft damals von der weder ich, noch der Gynäkologe zu dem Zeitpunkt etwas wusste. Aber kurz danach dann ;)
Das erklärte natürlich die scheinbar perfekten Blutwerte. Für eine Schwangere waren sie natürlich viel zu niedrig.

 

 

 

Der genaue Unterschied beim Blut und Speicheltest ist das der Speicheltest nur die freien ungebundenen Hormone misst und auch sensitiver für die Schwankungen und Abweichungen ist. Beim Bluttest sind 95-98% der Hormone an Eiweiße gebunden und nur 2-5 % der Werte sind frei.

 

 

Im Endeffekt ist es allein die Entscheidung der Patientin wofür sie sich entscheidet. Der Bluttest könnte unter Umständen (kommt vielleicht auf den Arzt drauf an) von der Kasse übernommen werden (so war es bei mir ja damals), aber die Rechnung zum Hormonspeicheltest muss immer selbst getragen werden.

 

Das schöne am Hormonspeicheltest ist, dass du danach die Möglichkeit hast mit entsprechenden Frauenärzten eine Therapie mit bioidentischen Hormonen * zu beginnen.

 

Jetzt folgen zwei Zitate aus dem Buch "Natürliche Hormontherapie" von Annelie Scheuernstuhl und Anne Hild, um den Unterschied zwischen bioidentischen und künstlichen Hormonen klar zu machen:

 

* Alle naturidentischen Hormone, von denen in diesem Buch die Rede ist, werden aus dem sogenannten Diosgenin gewonnen. Dies ist ein Stoff der überwiegend aus der Wilden Yamswurzel (Dioscorera villosa) kommt, zu den sogenannten Saponinen gehört und unseren Steroidhormonen schon von Natur aus sehr ähnlich ist. Dieser Stoff wird im Labor so umgewandelt, dass die biochemische Struktur der Endprodukte völlig identisch ist mit  den Hormonen , die unser Körper selbst produziert....

 

 

Künstliche, veränderte Hormone sind immer Fremdstoffe für den Körper. Kleinste molekulare Veränderungen an diesen Hormonen haben enorme Auswirkungen, sie unterliegen nicht mehr dem normalem Mechanismus des Abbaus und Ausscheidens im Körper. Die Wirkung kann nicht gestoppt oder aufgehoben werden, wenn die Mittel einmal genommen wurden. Die Rezeptoren im ganzen Körper werden für die natürlichen Hormone blockiert....

Der Speicheltest

Bestehen derartige Probleme bei dir, wie oben beschrieben, dann quäl dich nicht länger damit herum und lass es testen. Auf jeden Fall getestet werden sollten die folgenden Werte:

 

  • Progesteron
  • Östriadiol
  • Testosteron

 

Wenn möglich auch:

  • Cortisol
  • DHEA

 

Besteht ein Progesteronmangel (und demnach höchstwahrscheinlich auch der Östrogenüberschuss) und besteht auch gleichzeitig die Schilddrüsenunterfunktion dann sollte als ERSTE Therapie dieser Unterfunktion das bioidentische Progesteron gegeben werden. Denn oft helfen in diesem Fall keine Schilddrüsenhormone, da sie das zu Grunde liegende Progesteronproblem ja nicht lösen können.

 

 

Ein positiver Zusatzeffekt ist hier, dass Progesteron die überaktive Immunreaktion der Autoimmunerkrankung ebenfalls bremsen kann.

Zum Abschluss möchte ich nur noch sagen das ich denke das die Hormone schon sehr mit einspielen beim Hashimoto. Allerdings sind sie meist auch nur "Auslöser" bzw. "Aufrechterhalter". Die wirklichen Gründe und Ursachen liegen auf anderer Ebene (siehe den letzten Artikel über die Darmgesundheit und bald erscheint noch der Artikel zur seelischen Problematik bei Hashimoto). 

Dies war nur ein kleiner Einblick in die RIESIGE Welt der Hormone! Ich hoffe der Artikel konnte dir dennoch weiter helfen. Ich freue mich wenn du den Artikel teilst! DANKE! Wenn du magst schreib mir in den Kommentaren auch gerne deine Erfahrunge zu dem Thema.

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