Die Schilddrüse - Dein Schmetterling in deinem Hals  (Hashimoto-Special Teil1)

 

Heute startet die Hashimoto-Artikel-Reihe und ganz zu Anfang würde ich dir gerne einfach etwas über die Anatomie und Physiologie der Schilddrüse erzählen, denn auch wenn die meisten Hashimoto-Patienten ja inzwischen selbst richtige Experten sind, gibt es ja auch Menschen die frisch die Diagnose bekommen haben und sich vielleicht noch nicht so auskennen. 

 

Dein Schmetterling...

Die Schilddrüse ist ein sehr feines und kleines Organ, welches in ihrer Form an einen Schmetterling erinnert.  Das der Schmetterling nicht nur im Aussehen zu dem Schilddrüsenthema passt, dazu werde ich in einem späteren Artikel noch etwas schreiben. 

 

Die Schilddrüse befindet sich direkt unterhalb des Kehlkopfes und liegt vor der Luftröhre, weshalb sie in beiden Bereichen bei Schilddrüsenerkrankungen auch Probleme machen kann.

 

Das Volumen einer gesunden Schilddrüse beträgt etwa 18-25 ml. Allerdings kommt es auch bei gesunden Frauen vor das das Schilddrüsenvolumen nur 15-18 ml beträgt. Männer haben meist ein höheres Schilddrüsevolumen. Und obwohl die Schilddrüse so miniklein ist, so soll sie dennoch im Körper die größte endokrine Drüse (= eine Drüse die Hormone direkt ins Blut abgibt.) sein. Ich schreibe "soll" weil ich eigentlich der Meinung bin das das eigentlich die Bauchspeicheldrüse ist, die nicht nur eine exokrine Funktion = Abgabe der Verdauungsenzyme, sondern auch durch ihre Insulin-Produktion eine endokrine Funktion hat). 

 

Die Blutversorgung der Schilddrüse findet über bestimmte Arterien (u.a. Arteria thyroidea superior die den oberenTeil der Schilddrüse versorgt.) statt. Auch kleinste Arterien die von der Luftröhre kommen versorgen zusätzlich die Schilddrüse mit Blut. Über ebenfalls bestimmte Venen (z.B. Vena thyroidea inferior) findet es seinen Abfluss und kehrt über größere Venen in den Körperkreislauf zurück.

 

 

Trotz ihrer geringen Größe unterstützt sie unzählige Funktionen im Körper und deshalb wird sie oft auch Motor des

Stoffwechsels genannt! 

Die Schilddrüse wird von einer Organkapsel eingehüllt die bindegewebig unterteilt ist.  Sie besteht aus vielen einzelnen Läppchen und jedes dieser Läppchen besteht wiederum aus vielen kleinen Blässchen. Diese werden Follikel genannt. 

 

In den Wänden dieser Follikel bilden spezielle Follikelzellen die Schilddrüsenhormone  Trijodthyronin (besser bekannt als T3) und das Tetrajodthyronin oder auch Thyroxin genannt (besser bekannt als T4). Diese werden anschließend in den Blässchenraum ausgeschüttet und dort in kleinen Tröpfchen, dem sogenannten Kolloid gespeichert bis sie benötigt werden. 

Zwischen den Follikelzellen befindet sich die Lymphe (Lymph- bzw. Gewebsflüssigkeit), die über kleine Lymphgefäße und kleine Lymphknotenstationen weitergeleitet wird bis hin zu den großen Lymphknoten und Lymphbahnen.

 

Außerdem befinden sich zwischen den Follikelzellen auch die sogenannten C-Zellen die das Calcitonin produzieren welches für den Calcium-Phosphat-Haushalt wichtig ist.

 

Der Gegenspieler vom Calcitonin heißt Parathormon und wird dort in den rückwandig auf der Schilddrüse liegenden winzigen (meist vier) Nebenschilddrüsen gebildet. 

T3 und T4

Sowohl das T3 als auch das T4 entstehen aus der Aminosäure Tyrosin durch die Anlagerung an das essentielle (= lebensnotwendig. Essentielle Aminosäuren kann der Körper nicht selbst herstellen und müssen durch die Nahrung zugeführt werden) Spurenelement  Jod

 

Bei T3 sind es (wie dem Namen schon zu entnehmen) drei Jodatome die sich anlagern, bei dem T4 sind es 4 Jodatome.

 

T4 ist bei gesunden Menschen im Körper in 10fach höherer Konzentration zu finden (Es ist die Speicherform), als das biologisch wirksamere T3 (aktives Schilddrüsenhormon). Das erklärt auch die verschiedene Verweildauer im Blut. Während das T4 eine Halbwertzeit von 8 Tagen hat, hat das T3 dagegen  nur eine Halbwertzeit von 19 Stunden! 

 

Durch die Abspaltung eines Jodatoms vom T4 kann dieses in das wesentlich wirksamere T3 umgewandelt werden. 

 

Das im Blut zirkulierende T3 besteht nur zu 20% aus den in der Schilddrüse gebildeten T3, der Rest entsteht aus dem Umwandlungsprozess von T4. Deshalb auch die höhere Menge des "Speicherhormons". 

 

Beide Hormone....

 

....erhöhen den Grundumsatz im Körper. Das heißt sie steigern die Herzarbeit, die Körpertemperatur, sowie den Abbau von Fett und Glykogen (= Glukose in gespeicherter Form vorrangig in der Leber,  aber auch in Muskelzellen)

 

....fördern den Eiweißaufbau, haben so also anabole Wirkung auf die Skelettmuskulatur

 

...aktivieren das Nervensystem

 

....fördern maßgeblich das Längenwachstum (bei Babys, Kindern etc...)

Regelkreislauf

In unserem Gehirn produziert der Hypothalamus das Releasing-Hormon TRH, dieses wiederum stimuliert den Hypophysenvorderlappen, der dann das Schilddrüsenstimulierende Hormon TSH (= Thyroidea-stimulierendes Hormon) ausschüttet.

 

TSH führt in der Schilddrüse zu vermehrten Bildung von Schilddrüsenhormonen und ebenfalls auch zur Freisetzung des bereits im Kolloid gespeicherten Hormone.

 

Über den Blutweg erreichen die Schilddrüsenhormone den ganzen Körper, also auch wieder die produzierenden  Hirnabschnitte, die über spezielle Rezeptoren messen können wie hoch der T3 und der T4 Wert im Blut sind, um ggf. die Sekretion wieder zu hemmen. 

 

 

Die Schilddrüse steht auch in Verbindung mit allen anderen endokrinen Hormondrüsen ( Bauchspeicheldrüse, Nebennieren, etc..) und kann deshalb bei einem Ungleichgewicht auch die anderen Organe mit beeinflussen bzw. auch von anderen endokrinen Organen beeinflusst werden und zu weiteren diversen Symptomen führen. Dazu komme ich  aber in späteren Artikeln noch.

 

Wenn du diesen Artikel hilfreich findest, dann freue ich mich sehr wenn du ihn teilst.

Leidest du selbst unter Hashimoto und/oder einer anderen chronischen Erkrankung und suchst ein ganzheitlichen Weg für deine Genesung, dann schau dir gerne mein Online-Gesundheits-Coaching-Programm an und sichere dir dein kostenloses Kennenlern-Gespräch mit mir. 

 

 

 

Stay HAPPY and HEALTHY with lots of RAWfood

Deine Jen 

 

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Kommentare: 8
  • #1

    Michaela (Mittwoch, 01 Juli 2015 21:36)

    liebe Jen,
    also kann man T3 und T4 im Blut bestimmen lassen und hat dann Aufschluss ob alles in Ordnung ist, oder brauch man dann noch mehr werte ?
    liebe Grüße Michi

  • #2

    Jen (Donnerstag, 02 Juli 2015 09:59)

    Hallo Michi, ja genau im Blut kann man das T3 und T4 bestimmen lassen, allerdings ist wichtig darauf zu achten das das freie T3 und T4 (fT3 und FT4) bestimmt wird, aber das machen die Ärzte bzw. Labore eigentlich von sich aus. Nur so als Info ;) Und natürlich den TSH-Wert auch, das würde der Arzt aber wenn er T3 und T4 testet ohne hin machen.
    Interessant wären eventuell noch die Antikörper (MAK= TPO-Antikörper, TAK = Thyreoglobulin-Antikörper, und TRAK = TSH-Rezeptor-Antikörper, letztere verweisen allerdings auf ein Morbus Basedow, ebenfalls eine Autoimmunstörung der Schilddrüse, allerdings hier mit einer dauerhaften und zum Teil gefährlichen Schilddrüsenüberfunktion).

    Ich wünsche dir ein sonnigen Tag, LG Jen

  • #3

    Renate (Donnerstag, 02 Juli 2015 12:58)

    Liebe Jen,
    dein Artikel ist sehr schön geschrieben. Ich habe mir vor kurzen meine Schilddrüsenwerte vom Arzt geholt, jedoch noch nicht mit ihm über die Werte gesprochen, habe vor erst im Herbst wieder hin zu gehen. Da steht: bei Struma nodosa angestiegener, deutlich erhöhter Thyreoglobulinspiegel (146 ng/ml) und im Normbereich liegender Calcitoninspiegel (3,1 pg/ml) und was mich freut eine abgelaufene Hashimoto-Thyreoiditis. Ich habe außerdem noch viele Knoten wovon einer 11x12 mm grenzwertig echodicht ist. Kann dieser erhöhte hTg-Wert ein Hinweis auf Krebs sein? Über eine Antwort von dir liebe Jen würde ich mich sehr freuen!

  • #4

    Jen (Donnerstag, 02 Juli 2015 14:31)

    Danke dir liebe Renate,
    ich möchte dir natürlich keine Angst machen,und bin ja auch kein Endokrinologe, aber der Thyreogloblinspiegel liegt ja schon über Norm und dieser wert KANN auch als Tumormarker angesehen werden. ALLERDINGS kann er auch erhöht sein bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse.
    Ich denke aber wenn der Arzt in den Werten so etwas erkennen oder vermuten würde (Also Krebs) das er dich schon längst in die Praxis bestellt hätte (also ich , wenn ich Arzt wäre, hätte das auf jedenfall dann getan ;) )
    Wenn es dich etwas beunruhigt würde ich vielleicht doch ruhig ein kurzen Beratungstermin noch vor dem Herbst aus machen.
    Steht etwas davon drin woran man die abgelaufene Hashimoto-Thyreoiditis erkennt? Aber das ist ja schon mal schön.
    Ganz liebe Grüße und ein schönen Tag dir, Jen

  • #5

    Renate (Donnerstag, 02 Juli 2015 22:45)

    Danke liebe Jen für deine schnelle Antwort!
    Bin leider bei einen Nuklearmediziner, mit dem bin ich gar nicht zufrieden. Als ich ihm sagte, dass ich die LT abgesetzt habe, weil sie mir überhaupt nichts gebracht haben und statt dessen nur noch Selen und Schüsslersalze nehme und mir es seit zwei Monaten damit hervorragend geht, hat er mich angefahren: ... das müssen Sie wissen, ist ja ihr Hals ... Ich habe auch keinen neuen Termin bekommen zur Kontrolle. Er hat mir nur noch Blut genommen und gesagt, den Bericht bekommt mein Hausarzt zugeschickt. Ich habe mir dort eine Kopie geben lassen, erstmal ohne Arzttermin, weil ich von Ärzten zur Zeit nichts wissen will.
    Der MAK Wert war bei mir 15 U/ml, deshalb wahrscheinlich die abgelaufene Hashi, TSH 2,0 mU/l und die anderen Werte waren auch normal bis auf hTg.
    Liebe Grüße, Renate

  • #6

    Jen (Freitag, 03 Juli 2015 06:00)

    Oh ja Renate das versteh ich, das du dann keine Lust hast da wieder hin zu gehen. Mein Arzt meinte zwar zu mir "Never change a running horse", weil mein TSH-Wert zum schluss mit LT ja bei 0,6 war und man sagt ja bei Hashi ist der Wohlfühlwert um die 1.... aber ich habe ihn auch direkt gefragt ob ich noch genügend Schilddrüsenhormonproduzierendes Gewebe habe und das hat er bejaht....also warum warten bis gar nichts mehr da ist oder die Schilddrüse ins "Koma" gefallen ist?!
    Und wo gehst du dann im Herbst hin? Magst du dir vielleicht ein neuen Nuklearmediziner suchen?
    Ganz liebe Grüße , Jen

  • #7

    Anna (Freitag, 20 Oktober 2017 13:13)

    Hallo Jen,

    Habe voller Freude deine Artikel gelesen. Vor ein paar Wochen wurde hashimoto bei mir diagnostizierte, nachdem ich schon seit ca 4 Jahren L-Tyroxin genommen habe gegen die Unterfunktion. Fühlte/Fühle mich trotzdem nicht richtig gut.
    Ich habe vor nun meine Ernährung umzustellen und werde versuchen die Schilddrüse zu retten. Ab wann kann man versuchen die Dosis / Hormone zu reduzieren? Gerade mache ich eine Darmreinigung/Sanierung .
    Wie machst du es mit deiner Ernährung, machst du auch mal eine Ausnahme (Geburtstag deiner Tochter oä) oder würde das promt einen Rückfall provozieren?
    Toll dass du deine Krankheit besiegt hast!
    Viele Grüße
    Anna

  • #8

    Jen (Samstag, 21 Oktober 2017 11:18)

    Hallo liebe Anna,
    danke für deine Nachricht. Schön das du auf meine Seite gestoßen bist und toll das du dabei bist mit Darmsanierung/Ernährung etc....
    In Bezug auf die Reduzierung kann ich dir da so kein Pauschaltipp geben (darf ich so als HP eigentlich auch nicht, ich mache das in meinen Coachings mit den Patienten immer ganz individuell). Auf jeden Fall sollte das LT niemals so abrupt abgesetzt werden, sondern wirklich in kleinsten Schritten minimiert werden und dabei auch auf sein Gefühl achten.

    Ja ich mache auch mal Ausnahmen. Inzwischen esse ich eh nicht nur Rohkost, sondern auch meist einmal täglich etwas veganes, glutenfreies gekochtes. Es bekommt mir gut. Aber ab und an sind pure Rohkostphasen schon sehr gut, weil man dadurch am besten entgiftet (und auch am meisten Energie hat, meiner Meinung nach) .

    Mir ist es wichtig das ich wirklich nichts mit Gluten esse (da das sehr schlecht für Autoimmunerkrankungen ist) und achte daher da ganz besonders drauf.

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende, alles Liebe, Jen