Spieglein, Spieglein an der Wand...häh wer bist du denn?

Warum Spiegelübungen so wichtig sind!

Habt ihr schon mal kleine Kinder (insbesondere junge Mädchen) beobachtet wenn ein Spiegel in der Nähe ist? :)


Was passiert da? Also meine Mädels (aktuell fast 4 und fast 7) stehen ständig vorm Spiegel, immer wieder neu verkleidet, singen, tanzen, erzählen ihrem Spiegelbild Geschichten und finden sich selbst einfach toll!  Wie herrlich oder?


Aber warum ist das bei uns Erwachsenen (gerade Frauen) oft anders? Warum schauen wir eher mit Selbstzweifeln als mit Freude in den Spiegel?


Liegt es daran das uns bereits als Kind gesagt wurde wir sollen nicht ständig in Spiegel gucken?! Man würde uns für eingebildet halten!? Das und das SO suggeriert wurde das wir uns selbst gar nicht toll finden dürfen/können?



Wie ist das bei dir?


Wie oft stehst du vorm Spiegel und begutachtest dich? Außer morgens beim fertig machen, schminken etc...


Was denkst du wenn du an einem Spiegel oder einem Schaufenster vorbei kommst und dich darin siehst? 


Hast du dich schon einmal nackt vor den Spiegel gestellt oder dich das nicht einmal in Gedanken getraut?


Fällt es dir leicht morgens früh in den Spiegel zu gucken und dir selbst zu sagen das du dich liebst?


Und was sagst du wenn du deine Kinder vorm Spiegel tanzen und sich selbst anstrahlen siehst. Freust du dich mit ihnen oder kommen auch solche Sätze wie "Das macht man nicht."  oder  "Guck doch nicht ständig in den Spiegel" oder ähnliches?!

Ich schreibe diesen Artikel besonders für all die Menschen (insbesondere wohl Frauen), die sich selbst gar nicht mehr trauen sich selbst an zu schauen, bzw. auch für die die in den Spiegel gucken und sich fragen "Wer ist das eigentlich? Wer bin ich ICH eigentlich wirklich?"


Ich erinnere mich dran als ich so Mitte Zwanzig war, das wir nach einem Qi-Gong-Kurs einmal eine Spiegelübung gemacht haben. (Wenn ich so zurückblicke, war das wohl meine allererste Spiegelübung und hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen).


Wir sollten uns alle in einer Reihe vor den Spiegel stellen, uns genau angucken, und dann, je nach unserem individuellen Gefühl so nah an den Spiegel ran (oder vom Spiegel weg) gehen wie es uns selbst gut gefiel.


Das Ergebnis war erschreckend und gleichzeitig ein wenig wachrüttelnd für mich. Während einige Frauen sogar direkt vorne vor dem Spiegel standen und sich anlächelten (was ich eigentlich sehr schön fand) und einige weiter hinten in der Mitte, konnte ich einfach nicht und stand ganz am Ende des Raumes an der Wand. Noch weiter hätte ich mich vom Spiegel gar nicht entfernen können. 


Die Kursleiterin kam zu mir und fragte mich warum ich denn so weit hinten stehen würde. Und ich stammelte nur etwas von "Weiß nicht, ich kann nicht. Ich kenne diese Frau da nicht."  Und sie wusste in dem Moment genauso gut wie ich, das ich damit mich selbst meinte.  Ich erkannte mich einfach nicht.  Das war ein erschreckendes Gefühl für mich.  Aber auch der Moment, wo ich langsam aufwachte...


Mir war klar das ich etwas ändern musste. Ich wollte mich kennen lernen, bzw. damals wollte ich einfach das Gefühl haben das ich mich erkenne . Ich glaube das ist ein großer Unterschied, sich wirklich selbst kennen lernen zu wollen oder nur das (beruhigende) Gefühl zu haben sich selbst zu kennen.


Einige Monate später ließ ich meine fast polangen hellblonden Haare abschneiden und sie dunkel färben.  Und es war das allererste Mal das ich in Spiegel guckte und dachte "Ja, das bin ich." ....Aber ich war dennoch noch so weit von mir selbst entfernt, wie ich es damals gar nicht ahnen konnte.


Denn nur sein Äußeres zu verändern, macht dich noch nicht zu dem was du wirklich bist, auch wenn es sich kurzfristig so anfühlt.

Inzwischen sind über 10 Jahre vergangen und ich kann von mir behaupten das ich mich wirklich (er)kenne, sowohl wenn ich in den Spiegel gucke, als auch das ich genau weiß wer ich bin und was ich möchte.  Und ich ertrage auch den Blick in den Spiegel (gut klar an manchen Tagen guckt man weniger gerne in den Spiegel, aber auch an denen lächele ich mich darin aufmunternd an).


Ich habe aufgehört meine Haare zu färben. Was mir nicht so leicht fiel muss ich zugeben, denn ich finde dunkle Haare wunderschön, bin aber eben nicht dunkelhaarig von Natur. Ich war früher immer blond, nur sind mit der Zeit meine Haare immer mehr abgedunkelt. Meine inzwischen richtige Haarfarbe, die ich erst selbst jetzt nach einem Jahr des Nicht-mehr-Färbens wieder heraus gefunden habe, kann ich gar nicht genau definieren, aber sie gefällt mir. Das bin ich :)  


Das ich meine Haare nicht mehr färben wollte lag zum einen daran das ich dachte "Mensch ich versuche meinen Körper durch die pflanzliche und rohe Nahrung so viel wertvolles zu geben, das es ihm gut geht...aber andererseits schmiere ich mir Chemie auf den Kopf...das passt doch nicht."  Das war das erste. Und der zweite Gedanke war halt "Warum will ich mich verstecken und stehe nicht zu meiner ECHTEN Haarfarbe? Warum meine ich das ich nur mit gefärbten Haaren ansehbar bin ?"


Aber genug von mir,  jetzt der Teil in dem ich euch die Spiegelübung etwas näher bringen möchte.

Wofür ist die Spiegelübung gut?


Die Spiegelübung ist für all die die sich selbst noch nicht wirklich (er)kennen, für all die die sich selbst (noch) nicht genug lieben, für all die Menschen die sich selbst öfter schlecht machen, statt sich positiv aufzubauen, für die die ein mangelndes Selbstwertgefühl haben etc...  Ich denke die jenigen die diese Übung gebrauchen können, werden das bis jetzt schon erkannt haben ;)


Spiegelübungen bringen dich dir selbst näher. Sie sorgen auch dafür das du HINTER die (DEINE!!!) Fassade gucken kannst. Sie geben dir mit der Zeit mehr Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl und helfen dir dich selbst anzunehmen und auch dich selbst zu lieben. 


Auch wenn es vielleicht nur scheinbare "Kleinigkeiten" sind die du bei dir selbst nicht akzeptieren kannst/magst.  Z.B. wenn du unter unreiner Gesichtshaut leidest, oder deine Füße zu riesig findest,  oder deine zu schief Nase, oder deine Falten (die sich im Alter langsam sichtbar machen), oder dein Gewicht was sich nicht wie gewünscht nach unten verändert sondern stagniert oder sogar noch hoch geht.......auch hier ist die Spiegelübung angebracht und sehr wichtig. 

Spiegelübungen

  • Der Anfang: Wenn du bisher nie länger als morgens 5 Minuten beim fertig machen vor dem Spiegel gestanden hast und auch sonst große Probleme hast in den Spiegel zu gucken, so brauchst du diese Übungen zwar sehr dringend, aber ich rate dir langsam an zu fangen. Nimm dir dafür jeden Morgen oder jeden Abend zu Anfang 1 Minute Zeit. Nur 1 Minute, die dir am Anfang aber ziemlich lang vorkommen wird. Das ist normal. Schaue dich einfach im Spiegel an, ohne zu bewerten, ohne Grimassen zu machen. Aber achte darauf welche GEDANKEN bei dir aufziehen. Wenn es (sehr) negative sind, versuche dazu mindestens ein positiven Gedanken zu bekommen. Z.B. bei dem Gedanken "Oh was habe ich wieder für Augenringe"  (ha, das ist jetzt mein persönliches Beispiel) ;)  dann gleich zu denken "Deshalb habe ich trotzdem schöne Augen die strahlen." 
  • Wunder dich bitte übrigens nicht, wenn nicht nur (negative) Gedanken zu deinem Äußeren auftauchen, sondern auch Gedanken zu deinen scheinbaren Defiziten, als Beispiel jetzt mal "Du quasselst zu viel, davon sind die Leute sicher schon genervt."  oder "Ich kann xy einfach nicht gut genug."  dann nimm es an, es sind wichtige Botschaften, aber bleibe auch am Ball sie ins positive zu verändern. 
  • Wenn du diese 1. Minute dann soweit hin bekommst das es dir nicht mehr so unangenehm ist, bzw. sich schon eine Gewohnheit eingestellt hast, dann erweitere es auf 2 oder sogar 3 Minuten. Beobachte weiterhin deine Gedanken ob sie sich verändern.
  • Wenn auch das immer besser wird, dann kannst du dich jetzt ruhig trauen dir direkt in den Spiegel etwas liebevolles zu sagen (jawohl, laut aussprechen meine ich).  Seinem eigenen Spiegelbild zu sagen das man es liebt ist für den Anfang wahrscheinlich zu schwer, aber dahin kommst du auch noch. Wie wäre es für den Anfang mit "Ich habe wunderschöne Auge."  oder   "Ich habe ein tolles Lächeln."  Oder auch ein "Ich mag mich wie ich aktuell bin." ist für diesen Zeitpunkt schon absolut gut.
  • Jetzt ist es an der Zeit das du dich vor einen großen Spiegel stellst. Als Frau (gerade wenn du mit deiner Figur nicht zufrieden bist) solltest du dir so wenig wie möglich anziehen (Bikini oder Unterwäsche). Betrachte dich auch hier am Anfang 1 Minute, wenn du magst auch länger. Es werden wahrscheinlich am Anfang irgendwelche unangenehmen Gedanken aufziehen , sei es "Oh Gott, ich bin viel zu dick"  oder "Meine Brüste sind viel zu klein/groß." oder ähnliches. Versuche auch hier etwas positives dazu zu sagen. Später kannst du diese Übung auch komplett nackt machen. Eigentlich ist es auch wichtig diese Übung einmal komplett nackt zu machen. Egal ob du Mann oder Frau bist!!! (Aber ich verrate dir auch das ich diese letzte Übung auch noch nicht gemacht habe ;)  )
  • Eins musst du wissen: Egal was der Spiegel dir am Anfang erzählt: Du bist gut so wie du (aktuell) bist. Oft ist es auch so das gerade die Sachen die dich selbst stören, für die du dich schämst oder weswegen du dich unzufrieden fühlst, die Dinge sind,  die anderen entweder gar nicht auffallen oder die andere an dir "besonders" finden. Jede Andersartigkeit macht dich auf deine Art besonders.

 

Auch wenn du es am Anfang nicht glauben kannst, mit diesen Spiegelübungen wirst du nicht nur lernen dein Äußeres zu akzeptieren und anfangen dich selbst zu lieben. Du wirst auch dich selbst (innerlich) immer besser kennen und lieben lernen. 

 

Für mich ist übrigens die Fortführung der Spiegelübungen die Videoübung. Hast du dich selbst schon mal gefilmt und dich danach angeschaut? Das ist wieder nochmal eine andere Sache. Ich habe neulich mein erstes kleines Facebook-Video gedreht und das war schon noch sehr komisch für mich, aber hier übe ich auch weiter für mich mit Übungs-Videos und glaube ich kann dann auch da mich immer besser annehmen wie ich bin und meine Scheu, die ich vor "Publikum" habe, ablegen. 

Und wie sieht es bei dir aus? Kannst du ohne Probleme (länger) in den Spiegel gucken und findest dich selbst einfach gut so wie du bist?! Oder hast du damit noch Probleme? Meinst du das die Spiegelübungen dir dabei helfen können etwas daran zu ändern? 


Schreib mir deine Meinung dazu gerne in den Kommentaren und wenn du meinst das der Artikel auch für andere Menschen wertvoll sein könnte, dann teile ihn auch gerne. 

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Kommentare: 4
  • #1

    Michaela (Dienstag, 12 Mai 2015 21:21)

    Na du stellst mich ja vor Aufgaben. Da muss ich gewaltig über meinen Schatten springen um in den spiegel zu schauen und dann Smmersprossen und rote Haare zu sehen( an die beiden habe ich mich aber gewöhnt und färbe auch nicht mehr) und ja was macht man gegen dunkle Augenringe ?Auch dran gewöhnen und lieb haben ? Ich glaube da übe ich . lieber Chakraübungen ;.) Aber vielleicht versuch ich es mal. ich

  • #2

    Jen (Mittwoch, 13 Mai 2015 12:43)

    Hallo liebe Michaela,

    ja, es wird ja niemand gezwungen das zu tun ;) Lieber nach dem Gefühl gehen. Mir hat das schon sehr geholfen, seit meinem Schlüsselerlebnis damals 2005 in der Qigong-Gruppe. Sommersprossen habe ich auch übrigens, aber nicht so auffällig. Früher habe ich die trotzdem versucht mit Zitronensaft weg zu bekommen *lach* Heute denke ich , sie gehören halt zu mir.
    Über Augenringe werde ich glaube ich nochmal ein eigenen Artikel schreiben oder ein Video drehen. Da gibt es EINIGES drüber zu erzählen ;)
    Ach und Chakraübungen sind auch super! Damit kommt man sich selbst auch viel näher, also top, mach die dann ruhig, wenn dir das mehr liegt. Ein schönen Tag noch!

  • #3

    Marina (Samstag, 16 Januar 2016 14:33)

    Oh über einen Augenring-Artikel würde ich mich auch freuen :)

  • #4

    Jen (Sonntag, 17 Januar 2016 13:01)

    Liebe Marina, auf meiner FB-Page hab ich auch schon mal ein Video zum Thema Augenringe und so gemacht ;) Und ich spreche das Thema auch nochmal in meinem Ebook an :) Daran schreibe ich aber noch (eine Weile ;) )
    Ein schönen Sonntag dir noch, alles Liebe Jen <3