Was genau ist die rohe, pflanzliche Ernährung?

Na? Gefällt dir was du auf den Bildern siehst? Kannst du dir vorstellen das das alles rein pflanzlich und roh ist?

Nein?! Ist es aber ;)

 

Ich freue mich dich heute mit auf die Reise der Rohkost zu nehmen. Vielleicht siehst du es nur als Ausflug, aber vielleicht ist es für dich auch (wie für mich) ein wundervoller Neubeginn.

 

Ich glaube viele vegane Rohköstler (inklusive mir, mein Rohkostanteil liegt zwischen 80 und 100%)) werden oft gefragt "Was???? Du ißt nur Rohkost? Davon kann man doch nicht satt werden."  oder "Da bekommst du doch Mangelerscheinungen."   oder  "Wo bekommst du denn dann dein Eiweiß her?" und und und....

 

Hier erfährst du nun das Rohkost viel mehr ist ist als nur Salat und Möhren knabbern :o)

Was ist Rohkost?

Rohkost sind Lebensmittel die nicht über 42, max. 45 Grad erhitzt werden.

 

So erklärt es sich auch warum es in der veganen Rohkost Rezepte wie roh-vegane Pizza und Kuchen gibt.

 

Es gibt Rohköstler, die sich auch von (rohen) tierischen Lebensmitteln ernähren. Ich gehöre nicht zu diesen. Ich ernähre mich von der rein pflanzlichen Rohkost.

Warum gerade max. 42 Grad?

In unserem Körper fangen Enzyme und Eiweiße ab 42 Grad an zu denaturieren. Sie verändern sich in ihrer Struktur und können so vom Körper nur noch schwer verwertet werden.  

 

Ein gutes Beispiel vom Mensch.  Wenn jemand z.B. an einer schweren Krankheit leidet. Bekommt dieser Mensch sehr sehr hohes Fieber und steigt dieses über 41 Grad, fangen nach und nach die ganzen Eiweiße im Körper an zu denaturieren und das bedeutet eigentlich (wenn das Fieber noch  höher steigt, auf 42 Grad und mehr) den sicheren Tod.

 

Genauso ist es mit Lebensmitteln. Während sich einige Vitamine und Mineralstoffe vielleicht noch etwas höhere Temperaturen ertragen oder die Nährstoffe nicht vollkommen verschwinden, so sind gerade Enzyme (die ja für viele, viele Funktionen im Körper, nicht zu letzt für unsere Verdauung, sehr wichtig sind)  sehr hitzeempfindlich und sterben eben ab 42 Grad ab. So stehen sie natürlich für die Körperfunktionen die Enzyme benötigen auch nicht mehr zur Verfügung.

 

Passen Nüsse in eine Rohkosternährung?

Nüsse und Samen passen sehr gut in eine Rohkosternährung. Und sind Lieferanten von wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und guten ungesättigten Fettsäuren, die einen wichtigen Beitrag zu unserer Gesundheit leisten.

 

Bei Nüssen und Samen, die man im normalen Supermarkt bekommt, ist es nicht sicher das diese unerhitzt behandelt wurden. Man könnte natürlich die jeweiligen Firmen anschreiben und nachfragen bei wie viel Grad die Nüsse maximal behandelt werden. 

 

Ich persönlich bin bei Nüsse und Samen (und auch bei Süße) nicht dogmatisch. (Generell eigentlich nicht ;o))

Dennoch habe ich die Erfahrung gemacht das Nüsse und Samen die Rohkostqualität besitzen viel besser schmecken! (Wirklich! Das habe ich auch erst nicht gedacht und habe meist auch konventionelle Ware gekauft, bis ich irgendwann einfach mal so Rohkost-Mandeln probiert habe und total überrascht war wie toll die im Geschmack waren. Von daher bevorzuge ich die auch. Wenn aber gerade keine davon da sind, greife ich auch zu der "Supermarktware"). Es ist ja auch immer eine Preisfrage.

 

Wichtig bei Nüsse und Samen ist eigentlich zu wissen das gewisse Nüsse (und auch Samen) Hemmstoffe besitzen, die Verdauungsenzyme blockieren und so zu Verdauungsproblemen führen können. Daher ist es wichtig bestimmte Nüsse und Samen einzuweichen und ggf. keimen zu lassen. Das einweichen und keimen der Nüsse vervielfacht die ganzen Nährstoffe bzw. wandelt sie so um das sie vom Körper viel besser und schneller aufgenommen werden können. 

Wie macht man bitteschön eine Pizza in der Rohkost, ohne Ofen und Hitze?

In der Rohkostszene sind Dörrautomaten sehr bekannt und vor allem auch sehr beliebt. Auch ich besitze so ein Gerät und zwar den Sedona. 

 

Mit dem Dörrautomat hast du die Möglichkeit Obst und Gemüse natürlich trocknen zu lassen (so das eben Vitamine und Co erhalten bleiben und das Gemüse/Obst gleichzeitig haltbar gemacht wird)  und du kannst damit auch herrliche Rohkost-Cracker, - Pizza, -Kekse, -Fruchtleder (als Gummibär-Ersatz) zaubern.

 

Nimmt man z.B. eingeweichte (gekeimte) Samen oder Getreide und mixt sie mit Gemüse und einem natürlichen Bindemittel wie Flohsamenschalen, Leinsamen oder Chiasamen, so kann man daraus einen Teig formen und auch genauso einen Pizzaboden. Diesen kann man dann in den Dörrautomaten zum (an)trocknen geben. Später belegen und noch etwas weiter dörren. So kommt man auch als Rohköstler in Genuss von Pizza und anderen Leckereien. HIER findest du ein leckeres und gesundes Rohkost-Pizza-Rezept von mir. 

Ich vertrage keine Rohkost. Und was nun?

 

Interessanterweise denken sehr, sehr viel Menschen sie würden keine Rohkost vertragen. Sie berichten von Blähungen, Verstopfung, Krämpfen und ähnlichen Leiden nach dem Genuss von Rohkost. Das diese Beschwerden aber nicht direkt auf die Rohkost zurückzuführen sind, wissen sie nicht. 

 

Der Grund warum Rohkost oft nicht gut vertragen wird, liegt daran weil wir Menschen einfach zu viel (schlechte) Kochkost (viel Weißmehl, Industriezucker,...) zu uns nehmen und daran ist unser Körper gewöhnt.

 

Zudem besteht das Problem das Rohkost, wenn der Körper denn auch an sie gewohnt ist sie zu verdauen, viel schneller verdaut wird als Kochkost.

 

So ergibt sich bei vielen das Probleme wenn sie z.B. nach einem Schweinebraten mit Knödeln und Rotkohl am Nachmittag ein Salat essen, das der gute Braten mit den Knödeln ja noch gar nicht verdaut ist und noch im Magen seine Runden dreht. Der Salat hat es aber eilig, denn wenn er länger im Magen/Dünndarm verweilt fängt er an zu gären....und DAS macht dann wiederum die Probleme wie Blähungen, Krämpfe und Völlegefühl.

 

Obst ist z.B. am besten morgens auf nüchternen Magen verträglich, weil es ruckzuck den Magen wieder verlassen hat (zumindest wenn nicht noch ein Burger vom goldenen M der letzten Partynacht in ihm verweilt ;o)) Wer das aber nicht gewohnt ist, der kann sich nach einem frisch gepressten Orangensaft auf nüchternen Magen trotzdem komisch fühlen.

 

Ein Weg daraus ist die LANGSAME Umstellung. Mehr von den schlechten Sachen (besonders Weißmehl, Industriezucker und Produkte die die beiden Sachen enthalten, aber auch Milchprodukte) nach und nach weg lassen und durch gesunde ersetzen.  

 

Der ideale Einstieg in die Rohkost (so finde ich zumindest und so war es bei mir auch) sind grüne Smoothies: Sie bestehen aus einem Teil Obst und einem Teil Pflanzengrün (z.B. Salate wie Feldsalat und Spinat aber auch Wildkräuter wie Löwenzahn und Giersch) und etwas Wasser. Die grünen Smoothies helfen sanft der Verdauung und unterstützen ebenso sanft die Entgiftung des Körpers. Er wirkt natürlich morgens auf nüchternen Magen getrunken, am besten.

 

Der grüne Smoothie ist auch ideal für Menschen die nicht vegan essen wollen oder sonst kaum Rohkost essen. Jeder kann ihn in seinen Alltag integrieren und damit etwas für seine Gesundheit tun.

HIER  kommst du zum Artikel über grüne Smoothies von mir. 

Und wo bekommt der vegane Rohköstler nun sein Eiweiß her, wenn er nur pflanzlich ist?

Zuerst muss ich dazu sagen. Deutschland leidet NICHT an Eiweißmangel. Das Gegenteil ist eher der Fall. Sehr, sehr viele Menschen leiden eher an einer (tierischen) Eiweiß-Belastung und ihnen würde eine etwas eiweiß-ärmere Ernährung gut tun. Zuviel tierische Eiweiße machen krank, zum Teil sehr krank. Das ist inzwischen auch wissenschaftlich erwiesen.

 

Aber ohne Frage: Ohne Eiweiße geht es auch nicht. Eiweiße sind wichtig für unseren Körper, denn dieser besteht ja aus unzähligen Eiweißen und benötigt von daher auch welche, und dafür sind die pflanzlichen Eiweiße ideal.

 

Es braucht also niemand Angst zu haben der sich von pflanzlicher Rohkost ernährt an dem Eiweiß-Mangel-Syndrom zu erkranken.

 

Wusstest du z.B: das die Brennessel eine Eiweißbombe ist?! Oder Hanfsamen?! Oder Quinoa? (Du willst mehr über Quinoa erfahren, dann klick HIER) Sowohl Hanfsamen als auch Quinoa besitzen alle 9 essentiellen Aminosäuren (also die Eiweißbausteinchen die der Körper nicht selbst herstellen kann und so durch die Nahrung aufgenommen werden müssen) und da diese eben schon als Aminosäuren vorliegen können sie vom Körper ganz einfach und viel besser aufgenommen werden als z.B. das Eiweiß aus einem Steak. Ebenso ist es bei den Chia-Samen (siehe unteres Bild).

 

Und auch der eher bekannte Buchweizen ist eine super pflanzliche Eiweißquelle, die zudem noch basisch ist , wenig Fett besitzt und in so vielen Gerichten eingesetzt werden kann, egal ob in süßen wie Buchweizen-Früchte-Müsli oder  rohen Müsliriegeln, oder herzhaft in würzigen Rohkostbroten- oder pizzen oder einfach zum Knabbern (da gibt es ebenfalls zahlreiche Kombination sowohl in süß als auch in herzhaft). In meinem informativen Artikel über Buchweizen erfährst du alles und bekommst noch Rezepte dazu ;) 

Muss es (immer) 100% roh sein?

Nein natürlich nicht. Lies hierzu auch DIESEN Artikel.  Ich persönlich halte eh nichts davon etwas auf Biegen und Brechen zu machen. Das führt sonst eh oft zum scheitern. 

 

Ich kenne einige Rohköstler die haben zwar von jetzt auf gleich gestartet, aber genauso gibt es viele die sich da (wie ich) langsam rangetastet haben und automatisch (wie es mein Körper schließlich verlangt hat) immer mehr und mehr Rohkost in den Speiseplan eingebaut haben. 

 

 

Zu schneller Umstieg kann zu sehr starken Entgiftungserscheinungen führen. Mehr zum Thema Entgiftung und wie du deinen Körper ganzheitlich dabei unterstützen kannst findest du HIER mein Ebook "Natürlich gesund - Ganzheitlich deine Entgiftungsorgane unterstützen und stärken" inklusive vieler Rezepte. 

 

 

Sei dir einfach bewusst das jedes MEHR an Rohkost was du zu dir nimmst deinem Körper gut tut, dir beim entgiften hilft und deine Gesundheit unterstützt. Und wenn es nur der grüne Smoothie am Morgen ist! 

 

Im übrigen gibt es auch das Raw-till-4-Konzept. Da isst man von morgens bis nachmittags nur roh und am Abend wird meist eine gekochte Mahlzeit zu sich genommen.  Bei mir ist es ja quasi ähnlich an den Tagen an denen ich noch etwas warmes esse (nur fällt das bei mir durch die Kinder meist in die Mittagszeit)

Welche Vorteile bietet die Rohkost?

4 Beispiele:

 

  • Die Nährstoffvielfalt! Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Antioxidantien, Enzyme und andere wichtige Nährstoffe bleiben bei der Rohkost weitestgehend enthalten und versorgen so den Körper quasi als Rundum-Gesundheitspaket.

 

  • Rohkost ist und wirkt vorrangig basisch! Heutzutage empfehlen sogar viele Mediziner eine hoch-basische Kost. Das bedeutet 80% basisch und 20% sauer....bei den meisten Deutschen ist es allerdings andersherum.Sie ernähren sich zu 20% basisch (wenn überhaupt) und zu 80% sauer. Und das führt zu einem sehr schlechten Säure-Basen-Verhältnis. Diese Übersäuerung führt zu sehr vielen Erkrankungen, angefangen bei chronischen Schmerzzuständen und Entzündungen, über Allergien und Hauterkrankungen bis hin zu Krebs und Herzinfarkten. Die Rohkost unterstützt hier also ein gesundes Säure-Basen-Verhältnis, verhindert (schwerwiegende) Krankheiten und kann helfen bereits bestehende Leiden und Krankheiten zu lindern (und mitunter sogar zu heilen)

 

  • Rohkost entgiftet! Und zwar mehr als alles andere. Das ist auch der Grund warum du, wie oben schon erwähnt, nicht gleich von 0 auf 100 dich in die Rohkost stürzen solltest sondern deine Ernährung nach und umstellen solltest. Außerdem ist es oft hilfreich sich Unterstützung zu holen. Auch ich berate und begleite dich gerne. Schau dir mein (Online)Coaching-Angebot an und sichere dir dein kostenloses-Kennenlern-Gespräch.

 

  • Rohkost gibt dem Körper Energie! Da Rohkost viel schneller verdaut wird, belastet sie den Verdauungstrakt auch nicht so lange und unser Körper muss seine ganze Energie eben nicht in die Verdauungsarbeit stecken, sondern hat sie für andere Tätigkeiten übrig ;o)

Hast du noch Fragen? Ich beantworte sie dir gerne hier, wenn du sie mir in die Kommentare schreibst. 

 

Wenn du diesen Artikel informativ und hilfreich findest, dann freue ich mich sehr wenn du ihn teilst. DANKE! 

 

 

Stay HAPPY and HEALTHY with lots of RAWfood

 

Deine Jen 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Eve (Sonntag, 31 Mai 2015 21:26)

    Vielen Dank für diese Info, die kam wie für bestellt! :)
    Ich fange gerade erst an mich mit dem Thema auseinander zu setzen und bin ganz begeistert...

  • #2

    Sandra (Sonntag, 29 November 2015 20:30)

    Liebe Jen, die Bilder oben sehen so lecker aus. Da würde ich Dich gerne zum Kochen einladen :) Vielen Dank für Deine wichtigen Inputs. Sandra

  • #3

    Jen (Montag, 30 November 2015 07:08)

    Liebe Sandra, immer wieder gerne :D Schön das dir die Bilder gefallen. <3 Viele können sich gar nicht vorstellen das Rohkost mehr ist als nur "Möhren- und Kohlrabi-Sticks" ;)
    Viele Grüße, Jen